Die Angst vor der Leere

„Je mehr du dein Gewahrsein kultivierst, desto größer wird deine Fähigkeit, dich durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen. Und unweigerlich wirst du früher oder später dem begegnen, was ich die ‚Leere‘ nenne.
Die meisten Menschen schrecken instinktiv davor zurück. Selbst wenn sie nur in die Nähe der Leere kommen, geraten sie in Panik und laufen davon.
Das ist der Grund, warum die meisten Menschen nicht in der Lage sind, eine objektlose Meditation zu praktizieren, so wie du es tust, wenn du dein Gewahrsein kultivierst. Denn bei einer wirklich objektlosen Meditation wird der Moment kommen, in dem du überhaupt keine Wahrnehmung hast. Und selbst wenn dieser Moment nur den Bruchteil einer Sekunde dauert, reicht er aus, um dich den Abgrund der Leere spüren zu lassen, der du in Wirklichkeit bist.
Ohne Wahrnehmung, ohne ein Objekt, auf das du dich konzentrierst, ohne einen Gedanken, den du in deinem Kopf wiederholst, ohne ein Problem, das du lösen musst, ohne jegliche Ablenkung – was bleibt in einem solchen Moment von dir übrig? Es ist nichts mehr von dem übrig, was du zu sein glaubst. Und das ist beängstigend – wenn du nicht darauf vorbereitet bist. […]

Wenn du die Leere erlebst, verlierst du jegliche Orientierung. Du wirst das Gefühl der Schwerkraft verlieren. Du wirst nicht mehr spüren, wer du bist. Du hast keine Ahnung, was du bist, wo du bist oder was als nächstes geschieht.
Die äußere Leere ist beängstigend. Sie droht dir deine Identität zu nehmen. Und die Angst, nicht zu wissen, wer du bist, sitzt tief in deinem Unbewussten. Deshalb erfindest du allerlei Gründe, dich nicht zu sehr auf das Kultivieren des Gewahrseins einzulassen. […]

Und dann gibt es diejenigen, die in die Leere gegangen sind, einen Blick darauf geworfen haben, aus Angst weggelaufen sind, sich dann aber dem beliebten Chor angeschlossen haben, der da sagt: ‚Oh, die Leere, ich war dort, ich muss erleuchtet sein! Sie ist toll. Sie ist so voller Potenziale. Alles entseht dort.‘ Und das ist wahr, denn:

Alle Traumwelten der Trennung werden hervorgebracht, um die Leere zu füllen!

Sie werden geboren aus Angst, Unwissenheit, Gier und einem unstillbaren Durst nach immer mehr Wahrnehmungen . Mit anderen Worten:

Die Verherrlichung der Leere bringt dich nicht weiter! Ganz im Gegenteil.

[…] Darum lerne zu schätzen, was ich die Leere nenne. Sie ist ein Durchgangspunkt in deiner spirituellen Entwicklung, dem du nicht ausweichen kannst. Du musst dich ihr stellen.“

Aus „Althar Intense – From Divine Spark to Living Light“

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